Samuel Morse's Gallery of the Louvre: visitors and copyists in the Salon Carré, its walls hung with old master paintings

Was Kunst mit dem Gehirn macht: Was die Forschung wirklich zeigt

In den Sälen des Metropolitan Museum of Art in New York beobachteten zwei Forscher Museumsbesucher mit der Stoppuhr. Sie maßen, wie lange 150 Menschen vor sechs Meisterwerken stehen blieben. Die Zahl, die sie 2001 veröffentlichten, beunruhigt Museumsleute bis heute: Im Median verbrachte ein Besucher 17 Sekunden vor einem Gemälde. Der Durchschnitt lag bei 27,2 Sekunden, nach oben gezogen von einigen wenigen, die lange schauten; der häufigste Wert betrug gerade einmal zehn Sekunden. Der längste Halt dauerte drei Minuten und 48 Sekunden. So lange stand ein einzelner Mensch vor Rembrandts Aristoteles mit der Büste des Homer.

Jeffrey und Lisa Smith stellten ihre Studie unter das Paradox, das sich daraus ergibt. Menschen beschreiben Gemälde als lebensverändernd. Sie weinen vor ihnen. Sie erinnern sich jahrzehntelang an sie. Wie kann uns etwas so tief bewegen, das wir nur so kurz angesehen haben?

Die Frage erwies sich als gute Frage. Sie zwang zu einer anderen: Was tut das Gehirn eigentlich in diesen siebzehn Sekunden? In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben Neurowissenschaftler Menschen in Scanner gelegt, um es herauszufinden. Die Ergebnisse sind interessanter – und deutlich unordentlicher –, als die Schlagzeilen vermuten lassen.

Schönheit hat eine Adresse – und sie ist kleiner, als man denkt

Der meistzitierte Befund des Fachgebiets stammt aus dem Labor von Semir Zeki am University College London. Für eine Studie von 2011 gewannen Zeki und Tomohiro Ishizu 21 Freiwillige mit bewusst gemischtem Hintergrund: Westeuropäer, Japaner, Chinesen, Inder und Amerikaner. Jede Person bewertete 60 Gemälde und 60 Musikstücke als schön, hässlich oder keins von beidem. Anschließend legten die Forscher sie in einen fMRT-Scanner und zeigten ihnen dasselbe Material noch einmal.

Eine Region folgte den Bewertungen über beide Sinne hinweg: der mediale orbitofrontale Kortex. Dieses Gewebe hinter den Augen reagiert auch auf Essen, Geld und andere Belohnungen. Schöne Musik und schöne Bilder erzeugten Aktivität am selben Ort. Hideaki Kawabata und Zeki hatten Schönheit in der Malerei bereits 2004 mit dieser Region in Verbindung gebracht.

Zwei Details der Studie von 2011 werden viel seltener zitiert, als sie es verdienen. Erstens verhielt sich Hässlichkeit nicht wie das Spiegelbild der Schönheit. Sie aktivierte stattdessen die Amygdala und den somatomotorischen Kortex. Das Gehirn scheint „Das stößt mich ab“ auf einem anderen Weg zu bewerten als „Das zieht mich an“. Zweitens, und das ist am aufschlussreichsten: Werke, die den Teilnehmern schlicht gleichgültig waren, lösten fast gar nichts aus. Gleichgültigkeit ist neurologisch betrachtet keine schwache Form der Wertschätzung. Sie ist eher eine Abwesenheit.

Der Befund, der alles verkompliziert

An dieser Stelle muss eine ehrliche Darstellung langsamer werden.

2020 erschien in der Fachzeitschrift Cognitive, Affective, & Behavioral Neuroscience eine Metaanalyse, die die bildgebenden Studien zur visuellen Schönheit zusammenführte. Sie suchte nach Regionen, die in den einzelnen Studien verlässlich auftauchten. Schöne Gesichter hinterließen eine stabile Signatur: den ventromedialen präfrontalen Kortex und das ventrale Striatum. Schöne Kunstwerke dagegen erzeugten kein einziges stabiles Aktivierungsmuster – nicht einmal, als die Autoren ihre Kriterien lockerten. Die beiden Arten visueller Schönheit hatten keine gemeinsame Grundlage.

Das heißt nicht, dass Zeki sich geirrt hat. Es heißt, dass der Effekt es nicht übersteht, über Dutzende Labore gemittelt zu werden. Diese Labore verwendeten unterschiedliche Bilder, unterschiedliche Anweisungen und unterschiedliche Versuchspersonen. Schon das ist aufschlussreich. Reaktionen auf Kunst könnten weit individueller sein als Reaktionen auf Gesichter – und Menschen einfach zu mitteln, könnte der falsche analytische Schritt sein.

Genau dieser Hinweis erwies sich als die fruchtbarste Idee des ganzen Fachgebiets.

Warum dasselbe Bild nicht alle bewegt

2012 führten Edward Vessel, Gabrielle Starr und Nava Rubin an der New York University eine Studie durch, die individuelle Unterschiede ernst nahm, statt sie als Rauschen abzutun. Die Teilnehmer bewerteten Kunstwerke im Scanner auf einer Vier-Punkte-Skala. In den visuellen Arealen stieg die Aktivität gleichmäßig mit den Bewertungen – genau wie erwartet. Eine Drei erzeugte mehr als eine Zwei, eine Zwei mehr als eine Eins.

Eine Gruppe von Regionen verhielt sich jedoch völlig anders. Sie unterschied kaum zwischen Einsen, Zweien und Dreien. Bei den Vieren aber – den Werken, die eine Person wirklich bewegten – sprang sie steil an. Keine Rampe, sondern eine Stufe. Diese Regionen gehören zum sogenannten Default-Mode-Netzwerk, dem Ruhezustandsnetzwerk des Gehirns. Es ist an nach innen gerichtetem Denken, an autobiografischen Erinnerungen und am Erleben des eigenen Selbst beteiligt.

Das war überraschend, denn dieses Netzwerk fährt normalerweise herunter, wenn wir uns konzentriert auf etwas außerhalb von uns richten. Ein Bild intensiv zu betrachten, sollte es dämpfen. Bei den bewegendsten Werken schaltete es sich stattdessen ein – während der Blick fest auf etwas ganz Äußerem ruhte. Amy Belfi, Vessel und Kollegen verfeinerten dieses Bild 2019: Bei bewegenden Bildern scheint sich das Netzwerk an das Kunstwerk selbst zu koppeln. Bei Werken, die nicht gefallen, arbeitet es unabhängig davon.

Den Forschern fiel außerdem auf, wie wenig sich die Teilnehmer darüber einig waren, welche Werke eine Vier verdienten. Ein Meisterwerk, das alle gleichermaßen bewegte, gab es nicht.

Nimmt man beide Befunde zusammen, ergibt sich etwas, über das es sich nachzudenken lohnt. Ein Kunstwerk wird in einem bestimmten Moment mächtig: wenn das Gehirn aufhört, es als äußeres Objekt zu behandeln, und beginnt, die Mechanismen zu nutzen, die es sonst für das Nachdenken über sich selbst reserviert. Deshalb fühlt sich die Erfahrung persönlich an und nicht distanziert. Und deshalb kann Ihnen niemand einreden, ein Bild zu lieben, das Sie kaltlässt.

Maler haben das zuerst herausgefunden

Manche Künstler sind auf demselben Weg zu dieser Einsicht gelangt – empirisch, Jahrhunderte bevor irgendjemand sie messen konnte. Velázquez baute Las Meninas um den Standort des Betrachters im Raum herum. Caspar David Friedrich wandte die Figur im Wanderer über dem Nebelmeer von uns ab – das einzige Gesicht, das die Szene anbietet, ist unser eigenes. Beide Bilder leisten durch ihre Komposition, was der Scanner gemessen hat: Sie machen den Betrachter zum Teil des Bildgegenstands.

Hält das an?

Scanner-Studien erfassen Minuten. Die folgenreichere Frage ist, ob ein Leben lang Kunst anzuschauen etwas verändert.

Daisy Fancourt und Andrew Steptoe veröffentlichten 2019 im BMJ einen groß angelegten Versuch, diese Frage zu beantworten. Sie begleiteten 6.710 Erwachsene ab 50 Jahren aus der English Longitudinal Study of Ageing, beginnend 2004/05, und verfolgten die Todesfälle über vierzehn Jahre. Wer ein- bis zweimal im Jahr Museen, Galerien, Ausstellungen, Theater, Konzerte oder die Oper besuchte, hatte im Beobachtungszeitraum ein um 14 Prozent geringeres Sterberisiko als jemand, der nie hinging. Bei denen, die alle paar Monate oder häufiger gingen, lag das Risiko um 31 Prozent niedriger.

Der Zusammenhang blieb bestehen, nachdem Vermögen, Bildung, Vorerkrankungen, Mobilität, Rauchen, Alkohol, Depression und soziale Kontakte herausgerechnet worden waren. Er verschwand nicht, als die naheliegenden Erklärungen kontrolliert wurden.

Es bleibt dennoch eine Beobachtungsstudie, und die Autoren sagen das unmissverständlich: Ursächlichkeit lässt sich daraus nicht ableiten. Museumsbesuche könnten ein Marker für etwas sein, das nicht gemessen wurde. Nehmen Sie das Ergebnis als starken Zusammenhang und offene Frage – nicht als Rezept.

Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa sichtete im selben Jahr die breitere Studienlage. Die Übersicht von Fancourt und Saoirse Finn umfasste mehr als 900 Publikationen, darunter über 200 Übersichtsarbeiten, die sich ihrerseits auf mehr als 3.000 Studien stützen. Sie gehört zu den umfassendsten Bestandsaufnahmen zu Kunst und Gesundheit. Ihr Fazit ist weder abwinkend noch euphorisch: Die Künste können über die ganze Lebensspanne hinweg eine echte Rolle bei der Vorbeugung und Bewältigung von Krankheiten spielen.

Was die Forschung nicht zeigt

Dieses Feld zieht mehr selbstbewusste Behauptungen an, als seine Belege tragen. Vier davon verdienen eine Korrektur.

Mozart macht nicht klüger

Die Studie von 1993, auf die diese Idee zurückgeht, fand bei Studierenden eine kurze Verbesserung bei einer Aufgabe zum räumlichen Denken. Babys spielten keine Rolle, und Intelligenz wurde nicht gemessen. 2010 werteten Jakob Pietschnig, Martin Voracek und Anton Formann von der Universität Wien rund 40 Studien mit mehr als 3.000 Teilnehmern aus. Für einen spezifischen Mozart-Effekt fanden sie keine Belege; der kleine Effekt, der sich zeigte, trat auch bei anderer anregender Musik auf. Eine Metaanalyse von Oberleiter und Pietschnig aus dem Jahr 2023 prüfte die Behauptung, die Sonate KV 448 helfe bei Epilepsie – und fand auch dafür keine belastbare Grundlage. Die Ursachen benannten die Autoren deutlich: Studien mit zu geringer Aussagekraft, unzugängliche Rohdaten und die Wiederholung einer Behauptung, die nach Autorität klingt.

Es gibt keine künstlerische rechte Gehirnhälfte

Die eine Hirnhälfte soll für Kreativität zuständig sein, die andere für Logik. Diese Vorstellung überlebt in populären Texten und nirgendwo sonst. Alle hier beschriebenen bildgebenden Studien fanden verteilte Aktivität in beiden Hemisphären.

Spiegelneuronen sind eine Hypothese, keine Erklärung

2007 veröffentlichten der Kunsthistoriker David Freedberg und der Neurowissenschaftler Vittorio Gallese in Trends in Cognitive Sciences einen Vorschlag: Ein Teil unserer Reaktion auf Kunst beruhe auf verkörperter Simulation. Eine dargestellte Geste – oder sogar die Spur eines Pinselstrichs – aktiviere die eigenen motorischen Systeme des Betrachters. Das ist eine ernsthafte und produktive Idee. Seit ihrer Veröffentlichung wird sie aber auch bestritten, mit dem Argument, Simulation könne das Erklärungsgewicht nicht tragen, das man ihr auflädt. Wer Ihnen erzählt, Spiegelneuronen erklärten, warum Kunst uns bewegt, überspringt das eigentliche Argument.

Michelangelo hat wohl kein Gehirn in der Sixtinischen Kapelle versteckt

In der Erschaffung Adams soll der rote Mantel, der Gott umgibt, die Umrisse eines menschlichen Gehirns nachzeichnen. Diese Behauptung wird seit Jahrzehnten wiederholt. Die Ähnlichkeit ist tatsächlich verblüffend, und das Argument ist legitim. Aber es handelt sich um eine Deutung aus dem Jahr 1990, nicht um eine belegte Absicht, und keine zeitgenössische Quelle stützt sie. Wissenswert, vergnüglich – aber nicht als Tatsache zu verkaufen. Weitere Beispiele dafür, wie sich vermeintlich gesichertes Wissen über berühmte Gemälde verändert hat, finden Sie in unserem Beitrag Neun Dinge über berühmte Gemälde, die wir nach dem Druck Ihres Lehrbuchs erfahren haben.

Zurück zu den siebzehn Sekunden

Rund fünfzehn Jahre später wiederholten die Smiths ihre Studie am Art Institute of Chicago – mit einer größeren Stichprobe und Werken aus mehr Epochen und Gattungen. Die Ergebnisse waren verblüffend ähnlich: im Durchschnitt 28,63 Sekunden, im Median 21 Sekunden, am häufigsten wieder zehn Sekunden. Die Zeit, die Menschen vor Kunst verbringen, hatte sich kaum verändert. Verändert hatte sich, wie sie diese Zeit nutzen: Vor fast jedem Werk wurden nun Fotos gemacht.

Alter und Geschlecht spielten in keiner der beiden Studien eine Rolle. Einen kleinen Unterschied machte die Begleitung: Wer in Gruppen von drei oder mehr Personen kam, schaute etwas länger.

Was die Stoppuhr-Studien übersehen hatten, fand schließlich der Psychologe Claus-Christian Carbon von der Universität Bamberg. 2015 beobachtete er 225 Besucher einer Gerhard-Richter-Ausstellung in Nürnberg. Sie schauten im Durchschnitt 32,9 Sekunden auf ein Bild, im Median 25,4 Sekunden – und auch hier blieben Menschen in Gruppen länger. Vor allem aber kehrte mehr als die Hälfte der Besucher später noch einmal zu einem Bild zurück – besonders jene, die ihm beim ersten Mal wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatten. Diese Rückkehrzeit hatte bis dahin niemand gezählt.

Das Paradox hat also eine Auflösung – nur nicht die schmeichelhafte von den verborgenen Tiefen der Sofortwahrnehmung. Siebzehn Sekunden bekommt ein Bild, das uns nicht bewegt. Die Werke, die das Default-Mode-Netzwerk erreichen, sucht man wieder auf, man spricht über sie, man erinnert sich an sie. Und das sind für jeden Menschen andere Werke. Deshalb fand die Metaanalyse für die Schönheit in der Kunst keine gemeinsame Adresse.

Die praktische Konsequenz ist fast schon peinlich einfach: Wenn Sie mehr aus einem Museumsbesuch mitnehmen möchten, schauen Sie sich weniger an, gehen Sie nicht allein – und kehren Sie zu dem Bild zurück, das Sie nicht loslässt. Nach zwei Jahrzehnten Scanner-Forschung empfiehlt die Neurowissenschaft der Kunstbetrachtung vor allem eines: langsamer werden.

Und in Deutschland?

Zwei der Studien, um die es in diesem Beitrag geht, führen direkt nach Deutschland.

Nürnberg und Bamberg. Die Beobachtung, dass Menschen zu Bildern zurückkehren, stammt nicht aus New York oder Chicago, sondern aus Franken. Claus-Christian Carbon, Psychologe an der Universität Bamberg, beobachtete im Januar und Februar 2015 die Besucher der Ausstellung „Detail“ im Neuen Museum Nürnberg, dem Staatlichen Museum für Kunst und Design. Gezeigt wurden 28 Gemälde von Gerhard Richter aus der Sammlung Böckmann, alle in einem einzigen großen Saal. Gerade weil die Ausstellung so überschaubar war, ließ sich verfolgen, wer zu welchem Bild zurückkehrte – etwas, das in den riesigen Sammlungen der Met nicht möglich gewesen wäre.

Frankfurt am Main. Edward Vessel, Mitautor der New Yorker Studie zum Default-Mode-Netzwerk, setzte seine Forschung später als Senior Research Scientist am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt fort. Das Institut wurde 2013 gegründet und gehört zur Max-Planck-Gesellschaft; es erforscht, warum uns Kunst, Musik, Literatur oder Landschaften berühren. 2019 sprach Vessel dort in der Reihe „The Brain on Screen“, die das Institut gemeinsam mit dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstaltete, darüber, wie das Default-Mode-Netzwerk auch bei bewegten Bildern auf ästhetisches Bewegtsein reagiert.

Wien. Und die Metaanalyse, die den „Mozart-Effekt“ entzauberte, entstand an der Universität Wien – im deutschsprachigen Raum also, nur eine Grenze weiter.

Wer die Empfehlung der Forschung selbst ausprobieren möchte, findet dafür in Deutschland gute Orte. In der Hamburger Kunsthalle hängt Caspar David Friedrichs Wanderer über dem Nebelmeer – ein Bild, das, wie oben beschrieben, den Betrachter gewissermaßen selbst in die Szene stellt. Nehmen Sie sich dort nicht siebzehn Sekunden, sondern ein paar Minuten, kommen Sie mit jemandem, und gehen Sie am Ende des Besuchs noch einmal zu ihm zurück. Genau das ist es, was die Studien empfehlen.

Werke, die mehr als siebzehn Sekunden verdienen

Wenn die Forschung etwas Brauchbares sagt, dann dies: Die Werke, die Sie erreichen, sind die, zu denen Sie zurückkehren. Hier sind sechs aus unserem Archiv, die einen zweiten Blick lohnen – jeweils mit einem Grund.

  • Die Sternennacht – fast jeder erkennt sie. Gerade deshalb ist sie ein guter Test dafür, ob Wiedererkennen und Bewegtsein dasselbe sind. Sie sind es nicht.
  • Der Kuss – Klimts Gold verändert sich mit dem Blickwinkel und dem Licht. Eine Reproduktion kann die Wirkung, um die das Bild gebaut ist, kaum vermitteln.
  • Mona Lisa – das meistfotografierte und am wenigsten wirklich betrachtete Gemälde der Welt. Nichts zeigt besser, was eine Menschenmenge mit unserer Aufmerksamkeit macht.
  • Regen, Dampf und Geschwindigkeit – Turner malte Bewegung zu einer Zeit, als kaum jemand je hohe Geschwindigkeit erlebt hatte. Das eigentliche Thema ist die Wahrnehmung selbst.
  • Das Abendmahl – schon kurz nach seiner Vollendung begann es zu verfallen. Das wirft eine unbequeme Frage auf: Was genau reisen Menschen eigentlich an, um es zu sehen? Warum es von vielen berühmten Werken mehr als eine Fassung gibt, lesen Sie in Welche Fassung sehen Sie?
  • Der Schrei – Munch malte eine Empfindung, keine Szene. Auf seiner Lithografie, die 1895 in Berlin entstand, steht auf Deutsch: „Ich fühlte das große Geschrei durch die Natur.“ Die Figur schreit nicht. Sie hört einen Schrei.

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